02. April 2020

Viele Lehrkräfte an Musik- und Kunstschulen in Brandenburg unterrichten online

Viele Lehrkräfte an öffentlichen Musik-und Kunstschulen in Brandenburg halten auch in Zeiten von Corona ihre Angebote auf digitalen Wegen aufrecht. Das ergab eine Blitzumfrage des Verbands der Musik- und Kunstschulen Brandenburg am heutigen Donnerstag. Geigenunterricht per Videotelefonie, Online-Tutorials für Eltern-Kind-Gruppen, Videos der Chorleiterin zum Einsingen, Malübungen über das Smartphone, virtuelle Theaterprobe über Videokonferenzen – wenn die Schülerinnen und Schüler nicht zur Musik- und Kunstschule kommen, kommt der Unterricht mithilfe digitaler Medien zu ihnen nach Hause.

In Windeseile haben sich die Lehrkräfte und Schulen auf diese Herausforderung eingestellt. Die Umfrage belegt: Die Resonanz auf Seiten der Eltern und Schüler wie auch der Lehrkräfte in Brandenburg ist positiv. Eltern begrüßen, dass ihre Kinder so ein Stück weit ihren gewohnten wöchentlichen Rhythmus aufrechterhalten, sich weiter musikalisch oder künstlerisch betätigen und direkt in Kontakt zu ihren Lehrerinnen und Lehrern treten können.

„Musizieren und kreativ sein macht glücklich und stärkt den Zusammenhalt. Mit ihren digitalen Angeboten beweisen Musik- und Kunstschulen auch in Zeiten von Corona, wie wichtig sie für die Familien und das öffentliche Bildungssystem als Ganzes sind“ sagt die Landesvorsitzende des Verbands der Musik- und Kunstschulen Brandenburg, Gerrit Große.

Zum virtuellen Unterricht benötigen Schüler und Lehrer nicht mehr als ein Smartphone, ein Tablet bzw. einen Laptop. Mit Headsets oder Bluetooth-Lautsprechern kann die Tonqualität auch im häuslichen Rahmen beträchtlich verbessert werden. Inhaltlich läuft der Einzelunterricht am Instrument ab wie gewohnt. Der Lehrer hört und sieht zu, gibt Tipps, korrigiert und demonstriert, wie es klingen sollte. Auch der Unterricht in kleineren Gruppen ist so unter Umständen möglich. Andererseits eignen sich nicht alle Unterrichtsformate gleichermaßen dafür. Orchester-oder Ensemblefächer mit großer Personenzahl lassen sich nicht digital ersetzen. Und in einigen Regionen Brandenburgs lässt einen der Netzempfang immer wieder im Stich.

An Motivation fehlt es den Schulen und auch den Schülerinnen und Schülern jedoch nicht: „Wichtigste Motivation ist, den Kontakt zu den Schülern zu halten. Auch wenn ein Gruppenunterricht nicht möglich ist, brauchen Schüler unsere Unterstützung. Wir können sie dazu anregen, kreativ tätig zu sein. Im Alltagsstress kann sich Kreativität oft nicht so entfalten. Aber nun ist Raum und Zeit da – aus Langeweile entsteht etwas Neues“, schreibt beispielsweise die Musik-und Kunstschule Schwedt in ihrem Youtube-Kanal.

In Brandenburg sind 35 öffentliche Musik- und Kunstschulen im Verband der Musik-und Kunstschulen organisiert. Ihre rund 1.500 qualifizierten Fachlehrkräfte vermitteln rund 50.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein Bildungsangebot quer durch alle künstlerischen Sparten und musikalischen Genres. Der Verband der Musik-und Kunstschulen informiert seine Mitgliedsschulen laufend zu Themen wie Datenschutz, weist auf Online-Seminare und unterrichtsmethodische Tipps zum Online-Unterrichten hin und möchte auch den öffentlichen Musik- und Kunstschulen eine Schul-Cloud bereitstellen, analog zu den allgemeinbildenden Schulen. Um rasch das Erfahrungswissen der Pädagogen zu bündeln, hat der Verband jetzt ein Forum für die Lehrkräfte ins Leben gerufen.

Quelle: http://vdmk-brandenburg.de