03. April 2020

„United We Stream“ sendet auch aus bayerischen Clubs

Berlin hat‘s initiiert, andere Städte und Regionen springen gerade auf den Zug mit auf – und Bayern zeigt sich ebenfalls solidarisch und macht mit! Clubs und Musikspielstätten aus verschiedenen bayerischen Regionen klinken sich ab Dienstag (7. April 2020) auf der neuen Streaming-Plattform unitedwestream.berlin mit ein.

Die teilnehmenden Locations aus dem Freistaat öffnen in Zusammenarbeit mit ARTE Concert an einzelnen Abenden ihre virtuellen Türen und verbreiten ein mehrstündiges Live-Programm mit bekannten DJs, Musikern und Visual Artists im Web. Aktuell können sich gerne auch noch weitere Interessenten und Sponsoren bei „United We Stream Bayern“ melden. Die User/innen sind auf jeden Fall aufgerufen zu spenden und damit Unterstützer des virtuellen Erlebnisses und der gebeutelten Subkultur zu werden. Mit den Spenden soll in erster Linie unverschuldet in Not geratenen Clubs und Musikspielstätten in der prekären Corona-Krise geholfen werden.

Bundesweit steht die Clubkultur vor der wohl größten Herausforderung ihrer Geschichte. Seit etwa drei Wochen ist das Nachtleben behördlich stillgelegt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu unterbinden. Seitdem sind viele Tausende Mitarbeiter/innen und Kulturschaffende ohne Beschäftigung, und mit ihnen kämpfen zahlreiche Schauplätze des Nachtlebens mangels Einnahmen ums Überleben. Als Antwort auf den Shutdown und die fast weltweit angeordnete Quarantäne starteten Berliner Clubs, Veranstalter/innen und Künstler/innen am Mittwoch, den 18. März 2020 in einer solidarischen Aktion einen gemeinschaftlichen digitalen Clubbetrieb unter www.unitedwestream.berlin.

Schnell kam auch in Bayern der Wunsch auf, bei dieser neuen Nightlife-Plattform für Live-Übertragungen mitzumischen und Solidarität zu zeigen. Eventveranstalter und Betreiber wichtiger Szenespots aus München, Nürnberg, Augsburg, Würzburg, Ingolstadt, Erlangen und anderen Regionen taten sich in kürzester Zeit zusammen, um eine bayerische Sektion von „United We Stream“ mit eigener Unterseite auf die Beine zu stellen. Beginnend mit dem ersten Livestream aus Bayern am 7.4. wollen sie auch einen Beitrag leisten, um Kunst und Kultur und deren Spielstätten über die Corona-Krise zu retten. Darüber hinaus haben sich noch viele weitere Organisationen, Festivals und Communities bereit erklärt, die solidarische Aktion zu unterstützen.

Ziel ist es, neben den möglichen staatlichen Hilfen, die teils erst reichlich spät oder auch gar nicht bei Clubs greifen, eine zusätzliche Finanzquelle zur Überbrückung für Not leidende Kulturstätten zu schaffen. Für die Ausschüttung der Spendeneinnahmen hat eine unabhängige Jury bereits einen Kriterienkatalog und einen gerechten Verteilungsschlüssel erarbeitet. Der Großteil der Einnahmen landet in einem Notfall-Pool, aus dem Clubs, die einen entsprechenden Antrag stellen, bedient werden. 20 Prozent sind für den sogenannten Hosting-Pool vorgesehen, um die laufenden Ausgaben für das Streaming-Programm zu decken. Zudem fließen 8 Prozent der Einnahmen an den „Stiftungsfond Zivile Seenotrettung“. Dadurch setzt die Initiative ein zusätzliches solidarisches Zeichen: Es geht nicht nur um Clubs – Solidarität brauchen viele!

#UnitedWeStream ist eine Initiative der Berliner Clubcommission und des Reclaim Club Culture Netzwerks. Täglich wird ein Programm aus wechselnden Clubs übertragen, laufend kommen neue Städte und Regionen im In- und Ausland hinzu. Als Partner konnten der renommierte TV-Sender ARTE Concert, der Radiosender radioeins sowie das Berliner Label SUOL zur Bereitstellung und technischen Betreuung der Streamingtechnologie gewonnen werden. Betterplace.org stellt zudem die technische Plattform für die Spendensammlung zur Verfügung.

Quelle: https://unitedwestream.berlin