12. Dezember 2019

UNESCO erklärt 14 Traditionen zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit

Der Zwischenstaatliche Ausschuss für das Immaterielle Kulturerbe der UNESCO hat am Mittwoch 14 Formen von überliefertem Wissen und Können in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Dazu gehören der Alpinismus aus Frankreich, Italien und der Schweiz, der mittelalterliche Stadtumgang in Brüssel und die musikalische Tradition des Morna von den Kapverdischen Inseln. Zudem erkannte der Ausschuss den Frühlingsritus Juraŭski Karahod aus Belarus als dringend erhaltungsbedürftig an.

Der UNESCO-Ausschuss berät derzeit über die Aufnahme von lebendigen Traditionen, Bräuchen und Handwerkstechniken in die internationalen Listen des Immateriellen Kulturerbes. Bereits am Dienstag hatte das Gremium vier traditionelle Fertigkeiten als bedroht eingestuft. Der Ausschuss tagt noch bis zum 14. Dezember in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá.

In die Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes wurde aufgenommen:

Belarus: Frühlingsritus Juraŭski Karahod

In die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit wurden aufgenommen:

Hintergrund

Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Bis heute sind 178 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat.

Einzelne Elemente aus den nationalen Verzeichnissen der Vertragsstaaten können für eine von drei UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen werden. Dazu gehören bereits der Tango aus Argentinien und Uruguay, die traditionelle chinesische Medizin, Reggae aus Jamaika und der Blaudruck in Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

Der Zwischenstaatliche Ausschuss setzt sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zusammen. Er entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen auf die UNESCO-Listen. Bisher sind 443 Formen des Immateriellen Kulturerbes auf der internationalen Repräsentativen Liste und 64 Elemente auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes eingetragen. Zudem führt die UNESCO ein Register von aktuell 20 Beispielen guter Praxis zum Erhalt Immateriellen Kulturerbes.

Weitere Informationen

Quelle: http://www.unesco.de