30. März 2020

S.O.S. Save Our Sounds – Spendenkampagne zur Rettung von Hamburg Clubszene gestartet

Irgendwann wird die Corona-Pandemie überstanden sein. Das Leben wird wieder normal sein und die Menschen werden sich freuen, dass sie wieder ausgehen und Freunde treffen, in den Club und ins Konzert dürfen. Aber was, wenn der Lieblingsclub zum Tanzen dann nicht mehr da ist? Wenn es nicht mehr möglich ist, Bands in der eigenen Stadt zu erleben, weil es einfach keine passenden Spielstätten mehr gibt? Ein Szenario, dass sich niemand vorstellen möchte – das aber leider Wirklichkeit werden könnte.

Seit zwei Wochen sind Hamburgs Clubs wegen der Corona-Pandemie geschlossen und die Existenz zahlreicher Clubs und Veranstalter*innen, darunter Molotow, Uebel & Gefährlich, Hafenklang, Nochtspeicher, Astra Stube, Waagenbau, MS Stubnitz und Gängeviertel, ist schon jetzt bedroht. „Wie viele unserer Kollegen haben wir, um unsere Gäste und Mitarbeiter zu schützen, bereits am 13. März freiwillig geschlossen“, sagt John Schierhorn vom Waagenbau. „Seitdem haben wir keine Einnahmen, aber Kosten wie Miete und Löhne laufen weiter. Lange können wir ohne finanzielle Hilfe nicht mehr durchhalten.“

Um Hamburgs Clublandschaft zu retten, hat das Clubkombinat Hamburg – der Interessenverband der Clubbetreiber*innen, Veranstalter*innen, Booker*innen & Agenturen aus Hamburg – in Kooperation Clubstiftung Hamburg letzte Woche die Spendenkampagne S.O.S. – Save Our Sounds gestartet. Die eingegangenen Spenden werden nach einem transparenten und gerechten Verteilungsschlüssel zwischen großen und kleinen Clubs sowie Veranstaltern ohne feste Spielstätte und kleinen Festivals aufgeteilt.

Wie wichtig den Hamburgern ihre Clublandschaft ist, zeichnet sich schon eine Woche nach Start der Kampagne ab: Rund 100.000 Euro an privaten Spendengeldern sind bereits zusammengekommen. Um die breite Masse an bedrohten Clubs und Veranstalter*innen vor der Insolvenz zu bewahren, wird aber noch viel mehr Support gebraucht. Der Bedarf geht schätzungsweise in die Millionen, zumal niemand absehen kann, wie lange die Clublandschaft beeinträchtigt bleibt. Zwar hat auch die Stadt einen Schutzschirm für die Kulturlandschaft angekündigt, „aber konkrete Angaben, wer was genau bekommt, gibt es bis heute noch nicht“, so Claudia Mohr vom Waagenbau. „Nur schon die Info, dass es für Clubs fast unmöglich ist, auf die Darlehen der KfW zurückzugreifen. Daher sind wir für jede Spende und die Unterstützung der Mopo unendlich dankbar!“

Alle Spenden, die bis zum 31. März um 23 Uhr 59 eingehen, fließen in die erste Ausschüttungswelle der Clubstiftung ein. Anschließend wird für die zweite Welle gesammelt, die zum 1. Mai erfolgt. Spenden sind über die Crowdfunding-Seite betterplace.org und über das Spendenkonto der Clubstiftung möglich, Anträge ebenfalls über die Seite der Clubstiftung. Wer mit seiner Spende einen bestimmten Musikclub unterstützen möchte, kann zur Zweckbindung den Clubnamen als Verwendungszweck angeben, ansonsten ist der Verwendungszweck „SaveOurSoundsHH“ zu wählen.

Als Dankeschön an alle, die die Clubstiftung supporten, hat die Stiftung zusammen mit der Hamburger Agentur loved ein Bandana designt. Für den kurzen Weg zum Bäcker oder den Einkauf-an-der-Tür-abgeben-Besuch bei Mutti einfach Clubstiftung-Soli-Bandana über Nase und Mund ziehen. Einen professionellen Mundschutz ersetzen sie natürlich nicht, aber schick sind sie allemal. Hinterlasst bitte hier eure Infos, wenn wir euch eins zukommen lassen sollen!

Um Hamburgs Clublandschaft zu retten hat das Clubkombinat eine 20-köpfige Task Force formiert. Über die Spendenkampagne hinaus wird mit Hochdruck an zahlreichen anderen Projekten und Aktionen gearbeitet, darunter ein Online-Shop und die Umsetzung von United We Stream Hamburg. „Um ein allgemeines Club- und Kultursterben unbekannten Ausmaßes zu verhindern, müssen wir jetzt handeln“, so John Schierhorn. „Insbesondere kleine und mittelständische Kulturbetriebe sind ein äußerst fragiles Gebilde und einem Biotop gleichzusetzen: Wenn es einmal tot ist, geht es in der Form unwiederbringlich verloren.“

SPENDENKONTO CLUBSTIFTUNG

Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg Hamburger Sparkasse
IBAN: DE79 200 50 550 1280 366 988
BIC: HASPDEHHXXX

Über das Clubkombinat

Das Clubkombinat ist der Interessenverband der Clubbetreiber*innen, Veranstalter*innen, Booker*innen & Agenturen aus Hamburg. Als Schnittstelle zwischen kreativer Subkultur und etablierten Szeneclubs dient es als Sprachrohr aller aus Musik und Kultur.

Über die Clubstiftung

Die gemeinnützige „Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg“, kurz Clubstiftung, wurde im Jahr 2010 gemeinsam mit der Stadt Hamburg und dem Clubkombinat Hamburg e.V. ins Leben gerufen, um die musikalische Attraktivität der Stadt zu sichern und für sinnvolle Investitionen die Liquidität zur Verfügung zu stellen. Stifterin ist die Freie und Hansestadt Hamburg. Ziel der Stiftung ist es, mit Fördermodellen die erheblichen Kosten für Hamburger Musikclubs abzumildern.

Quelle: https://clubkombinat.de