03. April 2020

Louis-Spohr-Stiftung unterstützt mit Verkauf seiner Publikation Nachwuchsmusiker*innen in der aktuellen Krise

Kassel befindet sich im Ausnahmezustand. Geschäfte, Schulen, Kindergärten sind geschlossen. Frisöre und Gastronomen dürfen ihre Kunden nicht mehr bedienen. Das kulturelle Leben ist zum Erliegen gekommen. Lichtspielhäuser, Clubs, Theater und Konzertsäle sind geschlossen. Großevents sind abgesagt. Wir hatten ebenfalls einige Konzerte und Veranstaltungen geplant, diese aber ebenfalls abgesagt.

Die Akteure hatten unsere kleinen Aufwandsentschädigen bereits fest eingeplant. Und sie leben, wie all die Einzelkämpfer in der Kulturszene von den Auftritten, dem Kontakt mit dem Publikum, den Honoraren und den Trinkgeldern. Die bleiben jetzt auf unabsehbare Zeit aus. Die Kosten für Mieten, Infrastruktur, Krankenkassenbeiträge, Lebenshaltungskosten eben, fallen weiter an. Wie damit umgehen? Die Politik versucht das Gröbste zu lindern. Kredite helfen nicht, denn dafür muss es irgendwann wieder Einnahmen geben. Ein Teufelskreis. Er kann zu einer „Insolvenzwelle“ und Verödung der Kulturszene in Deutschland führen.

Auch zu Spohrs Zeiten gab es solche Situationen. Die wenigsten Künstler hatten eine feste Anstellung. Bei nachlassender Leistung oder Tod gab es für die Hinterbliebenen nur den Weg in die Armut. Als Waschfrau an der Fulda, Tagelöhner … Heft 18 der Spohr Schriften greift dieses Thema auf:

Inhaltlich wird sich der Band mit unterschiedlichen Krisen im Kassel des 19. Jahrhunderts befassen. Auf politischer Ebene wird Georg Pepl die Verfassungskrise der Jahre um 1830, die damit verbundene Not der Bevölkerung und die Rolle, die Louis Spohr dabei spielte, beleuchten. Damit bietet er einen Ausblick auf die Revolution von 1848.

Wolfram Boder wird in seinem Beitrag zeigen, dass Kassel auch im 19. Jahrhundert von Epidemien heimgesucht wurde. Er wird die Ausbrüche der Cholera in Kassel in den Jahren 1832 und 1850 beschreiben und aufzeigen, wie diese das künstlerische Leben, insbesondere das von Louis Spohr beeinträchtigten.

Petra Werner wird diesen Aspekt anhand der Begräbniskultur der Zeit vertiefen und schließlich am Beispiel des Begräbnisses von Louis Spohr selbst aufzeigen, welch große Dankbarkeit die Kasseler Bevölkerung "ihrem" Kapellmeister Spohr entgegenbrachte.

Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes haben sich bereit erklärt, ihren Beitrag ehrenamtlich zu leisten. Die Gewinne aus dem Verkauf des Bandes werden im Sinne Louis Spohrs für die Unterstützung von begabtem musikalischem Nachwuchs verwendet.

Sie können sich an der Aktion beteiligen, indem Sie eine zweckgebundene Spende mit dem Stichwort Nachwuchsförderung auf unser Konto bei der Kasseler Sparkasse überweisen:
BIC: HELADEF1KAS
IBAN: DE16520503530001182956

  • Bei Beträgen bis 200,00 € gilt die Überweisung als Spendenbescheinigung. Bei höheren Beträgen bitten wir um vollständige Adressdaten für die Spendenbescheinigung.
  • Für Spendenbeträge ab 30,00 € aufwärts erhalten Sie Band 18 der Spohr Schriften unmittelbar nach dem Erscheinen. Bitte Adressdaten nicht vergessen. Wir beabsichtigen den Band zur Jah-resmitte ausliefern zu können.
  • Alle Spenderinnen und Spender wollen wir zu einer Präsentation mit den Autorinnen und Autoren einladen, sobald die Corona-Krise dieses wieder zulässt.

Quelle: http://www.louisspohr.de