19. Februar 2021

Kultur- und Kreativwirtschaft wird durch die Folgen der Corona-Pandemie um Jahre zurückgeworfen

Das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes hat ein neues Themendossier zur Betroffenheit und damit die erste Szenarioanalyse für 2021 veröffentlicht: Die Kultur-und Kreativwirtschaft in Deutschland muss im Jahr 2021 mit Umsatzeinbußen zwischen 21 Mrd. Euro und 31 Mrd. Euro rechnen. Damit wird sie in ihrer Umsatzentwicklung um mindestens 6 Jahre zurückgeworfen. In drei Szenarien wird die Betroffenheit der Kultur-und Kreativwirtschaft im Falle eines kurzen, langen oder zweifachen Lockdowns erstmals ausführlich für 2021 prognostiziert.

Nach aktuellem Stand ist für die Kultur- und Kreativwirtschaft mit einem langen Lockdown bis Ende März zu rechnen. Die wirtschaftlichen Einschränkungen für viele Teilmärkte der Branche werden jedoch noch weitaus länger bestehen bleiben. Eine Erholung wird sich erst sukzessive mit der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft abzeichnen. „Die aktuell vorliegenden Zahlen machen deutlich, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft auch 2021 und darüber hinaus vor extremen Herausforderungen steht“, betont Olaf Arndt, Leiter Analyse & Trends des Kompetenzzentrums Kultur-und Kreativwirtschaft des Bundes. „Die Prognose des Kompetenzzentrums zeigt, dass die Branche auch in diesem Jahr mit hohen Umsatzeinbußen rechnen muss und auch nach Beendigung von Kontaktbeschränkungen nur schrittweise in den wirtschaftlichen Betrieb zurückkehren kann.“

Verglichen mit ihrem Umsatz von insgesamt rund 173 Milliarden Euro im Jahr 2019 musste die Kultur-und Kreativwirtschaft in Deutschland bereits 2020 einen Umsatzeinbruch von ca. 22,4 Milliarden Euro verkraften.

Besondere Betroffenheit der Teilmärkte und Berufsgruppen

Eine besondere Betroffenheit durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigt sich insbesondere in den Teilmärkten Darstellende Kunst, Film sowie dem Kunstmarkt. Sie fallen sogar auf ein Umsatzniveau von vor 2003 zurück. Die niedrigsten Umsatzeinbußen sind im Vergleich in der Software- und Games-Industrie zu verzeichnen, der Teilmarkt fällt in 2020 auf das Umsatzniveau des Vorjahres 2019 zurück. Mit einem Anteil von fast 26 Prozent am Gesamtumsatz der Kultur-und Kreativwirtschaft überdeckt der Teilmarkt die gravierenden Umsatzrückfälle anderer Teilbranchen.

„Das deutliche Betroffenheitsgefälle innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft unterstreicht erneut die Heterogenität und die spezielle Struktur der Branche“, erläutert Julia Köhn, Projektleiterin des Kompetenzzentrums Kultur-und Kreativwirtschaft des Bundes: „Besonders hart treffen die Auswirkungen der Corona-Krise daher die Soloselbstständigen und Freiberufler*innen, die in den Teilbranchen Kunstmarkt, Film, Musik und Darstellende Kunst beschäftigt sind.“

Neben der hohen Betroffenheit zeigt die Branche aber auch ihr Innovationspotenzial: An vielen Stellen wurde auch im vergangenen Jahr deutlich, dass die Gestaltung von Transformationsprozessen ein integraler Bestandteil der Kultur- und Kreativwirtschaft ist. Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen wurden in vielen Bereichen neue, oft digitale Geschäftsmodelle entwickelt, die auch post Corona neue Möglichkeiten für andere Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche aufzeigen.

Die komplette Szenarioanalyse finden Sie hier.

Mehr zu digitalen Geschäftsmodellen in der Kultur-und Krativwirtschaft finden Sie hier.

Quelle: https://kreativ-bund.de