02. Dezember 2020

Hessischer Musikverband hält Mahnwache vor der Hessischen Staatskanzlei ab

Am vergangenen Sonntag haben Vertreter*innen der Blasorchester und Spielleute, die im Hessische Musikverband e.V. (HMV) organisiert sind, gemeinsam mit Solo-Selbstständigen des Deutschen Tonkünstlerverbandes (DTKV) Landesverband Hessen eine Mahnwache vor der Hessischen Staatskanzlei abgehalten. 50 Musiker*innen aus beiden Verbänden legten ihre Instrumente nieder, um auf die prekäre Situation von Musikvereinen und Solo-Selbstständigen in Hessen aufmerksam zu machen.

Obgleich 50 Musiker*innen um 16:30 Uhr Ortszeit am Sonntagnachmittag mit ihren Instrumenten vor der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden stehen, herrscht Stille bei der Demonstration. Die Musiker*innen des HMV und DTKV spielen nicht. Stattdessen zünden Sie Kerzen an und legen ihre Instrumente nieder. Sie kritisieren nicht die Maßnahmen der Landesregierung zum Schutz der Bevölkerung, halten Abstand und tragen ausnahmslos Masken.. Doch sie möchten zeigen, wie die Hessische Kulturlandschaft in Zukunft klingen wird, wenn sie nicht schnellstmöglich Unterstützung erhält.

Dass Musikvereine besonders unter der aktuellen Corona-Situation leiden, geht aus einer Erhebung des Hessischen Musikverbandes e.V. (HMV) unter seinen Mitgliedsvereinen hervor, an welcher sich 85 Vereine beteiligt haben. Im nächsten Jahr droht jedem zweiten der genannten Vereine das finanziellen Aus. „Es fehlen wichtige Einnahmen aus Auftritten - und Probenräume sind auch vor dem zweiten Lockdown kaum verfügbar gewesen.“, berichtete HMV-Vizepräsident Dr. Karsten Heyner in seiner Ansprache. „Zudem erleiden Dirigent*innen, die häufig als Solo-Selbstständige Musiker*innen arbeiten, massive Einnahmeausfälle und viele orientieren sich bereits beruflich um. Dennoch werden diese von den derzeitigen Förderprogrammen nicht ausreichend berücksichtigt.“

Darauf wies auch die Cellistin Mara Kochendörfer hin, die für den DTKV Hessen bei der Mahnwache sprach. Solo-Selbstständige Musiker*innen hätten meist keinen Anspruch auf die November- sowie die Dezemberhilfen, da sie bei Orchesterschließungen nicht als direkt Betroffene gezählt würden und gleichzeitig erst bei 80%igem Verdienstausfall Kompensationsmöglichkeiten bestünden. „Auch ein 70%iger Verdienstausfall ist existenzbedrohlich“, so Kochendörfer. Gleichzeitig fand sie lobende Worte für die Stipendienprogramme der Landesregierung, die viele Solo-Selbstständige gerettet hätten und einen wichtigen ersten Schritt für den Erhalt der Hessischen Kulturlandschaft darstellen.

In Richtung der Landesregierung signalisierten beide Verbände Gesprächsbereitschaft: „Wir verstehen uns als beratender Partner in dieser für alle Beteiligten schwierige Zeit. Gern stellen wir unsere Expertise zur Verfügung und streben an, gemeinsam mit der Landesregierung Konzepte zur Lösung der derzeitigen Situation der Musikvereine und Solo-Selbstständigen zu finden.“, so HMV-Geschäftsführer Nicolas Ruegenberg. Ein erstes Gesprächsangebot seitens der Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, MdL, sei bereits eingegangen und man freue sich nun auf konstruktive Gespräche. Im Anschluss an die Vorträge von Vizepräsident Heyner und Frau Kochendörfer erhoben die Musiker*innen ihre Instrumente und legten diese im Anschluss auf dem Boden vor der Staatskanzlei nieder. Nun hoffen sie, dass die Stille dazu beiträgt, dass sie gehört werden.

Der HMV vertritt über 340 Vereine mit 50.000 aktiven und passiven Musiker*innen aus dem Bereich der Blasorchester und Spielleute. Im Rahmen seiner Kampagne „Viertelnach12“, in deren Kontext die Demonstration stattfand, möchte der Verband dafür sensibilisieren, dass Musikvereine ein wichtiges Kulturgut sind, welches derzeit durch die Corona-Pandemie stark gefärdet ist. Daher legt der Verband durch den Verkauf von Alltagsmasken und das Einwerben von Spenden einen Fördertopf für die Hessischen Musikvereine und ihre Dirigent*innen auf. Hierfür hat der HMV einen Online-Shop auf seiner Webseite, auf welchem Masken mit dem Hashtag #Viertelnach12 verkauft werden, sowie ein Spendenkonto eingerichtet.

Weitere Informationen zur Aktion erhalten Sie unter https://hessischer-musikverband.de/mitgliedschaft/viertel-nach-zwoelf .

Spendenkonto:

Inhaber: Hessischer Musikverband e.V.
IBAN: DE83 5165 0045 0000 0803 58
Kreditinstitut: Sparkasse Dillenburg

Quelle: https://hessischer-musikverband.de