30. März 2020

Frankfurts Kulturdezernentin richtet ergänzenden Notfallfonds ein

Die gravierenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund der Corona-Krise bedeutet für die Kulturschaffenden in Frankfurt einen Rückschlag mit noch kaum absehbaren Folgen. Um die akute Notsituation zu lindern, hat Kulturdezernentin Ina Hartwig schon vor zwei Wochen erste unbürokratische Maßnahmen ergriffen: Bereits getätigte zweckgebundene Förderzusagen, auch an die freie Szene, werden eingehalten, auch wenn Veranstaltungen ausfallen. Zudem besteht die Möglichkeit, gestaffelte Auszahlungen vorzuziehen, um akute Bedrängnisse abzuwehren. „Das war als unbürokratische ‚Erste Hilfe‘ sehr wichtig“, erklärt Hartwig. Eine neue Informationsseite auf http://www.kultur-frankfurt.de informiert über aktuelle Hilfsmaßnahmen.

Notfallfonds für besondere Härtefälle

Auch Bundes- und Landeshilfen wurden schnell auf den Weg gebracht. „Ich bin sehr froh, dass Bund und Land die Appelle der Kommunen gehört und neben der Wirtschaft auch die Kultur bei ihren Maßnahmenpaketen berücksichtigt haben. Besonderer Dank gebührt Finanzminister Scholz, der im Rekordtempo 50 Milliarden Euro für Selbstständige und Soloselbständige zur Verfügung gestellt hat – damit können gerade in der freien Kulturszene Existenzsorgen abgefedert werden. Erfreulich ist auch, dass das Land diese Mittel aufstocken wird“, sagt Hartwig. In einem zweiten Schritt richtet die Kulturdezernentin nun einen Notfallfonds mit einem Volumen von zunächst 200.000 Euro ein. „Durch kurzfristige Umschichtungen in meinem Etat wird ein Notfallfonds eingerichtet, mit dem Künstlerinnen und Künstler in besonderen Härte- und Notsituationen unbürokratisch geholfen werden kann. Das richtet sich insbesondere an diejenigen, die bei den Maßnahmen von Bund und Land durchs Raster fallen. Mit diesem Notfallfonds wollen wir ge-gensteuern und ab sofort eine schnelle Hilfe bereitstellen. Die Kultur unserer Stadt ist in Gefahr und wir müssen alle gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Kulturschaffenden diese Ausnahme-situation überstehen und wir die kulturelle Vielfalt in Frankfurt erhalten“, sagt Hartwig.

Wer kann die Hilfe in Anspruch nehmen?

Antragsberechtigt sind Einzelkünstlerinnen und -künstler, Künstlergruppen, sowie Kollektive aus Frankfurt am Main der unterschiedlichen künstlerischen Genres. Formlose Anträge können ab sofort möglichst digital als unterschriebenes PDF-Dokument an kulturfoerderung@stadt-frankfurt.de oder per Brief an das Kulturamt Frankfurt am Main, Fachbereich Kulturförderung Brückenstraße 3-7, 60594 Frankfurt am Main, gerichtet werden.

Voraussetzungen sind, dass eine existentielle finanzielle Notlage aufgrund der Corona-Pandemie vorliegt und die Fördermaßnahmen von Bund und Land oder weiterer Dritter nicht in Anspruch genommen werden können oder nicht hinreichend zur Existenzsicherung sind. Über die Höhe der Förderung wird einzelfallbezogen entschieden. Sie kann zwischen 500 und höchstens 5000 Euro gestaffelt sein und wird zunächst als rückzahlbare Zuwendung gewährt. In Einzelfällen kann diese später in eine nicht rückzahlbare Zuwendung geändert werden. „Damit möchte ich den Kulturschaffenden während der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie beistehen und sie bei der Weiterführung ihrer künstlerischen Tätigkeit unterstützen. Das kulturelle Leben unserer Stadt darf keinen nachhaltigen Schaden erleiden“, erklärt Hartwig.

Website bündelt alle Informationen

Um den Kulturschaffenden in Frankfurt in der derzeitigen Situation begleitend zur Seite zu stehen und den zahlreichen Sorgen und Fragen zu begegnen, informiert ab heute eine extra eingerichtete Seite auf dem Kulturportal unter http://kultur-frankfurt.de über die Ansprechpartner im Kulturamt der Stadt, aufgelistet nach Fachbereichen sowie die derzeit zur Verfügung stehenden Maßnahmen von Stadt, Land und Bund. „Dort sind auf einen Blick alle wichtigen Informationen verfügbar. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kulturamt stehen den Kulturschaffenden in Frankfurt beratend zur Seite und helfen, wo sie können. Niemand soll sich in der jetzigen Situation allein gelassen fühlen“, erklärt Hartwig.

Quelle: https://www.frankfurt.de