09. April 2020

Brandenburgs Kulturministerin besucht gestrandetes bolivianisches Orchester

Kulturministerin Manja Schüle hat heute das ‘Orquestra Experimental de Instrumentos nativos‘ in Rheinsberg (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) besucht. Das bolivianische Orchester ist dort wegen der Corona-Pandemie gestrandet und wird derzeit in Räumen der Musikakademie Rheinsberg versorgt und untergebracht. Ministerin Schüle hat die 25 jungen und teils minderjährigen Musikerinnen und Musiker in Brandenburg willkommen geheißen und ihnen als Gruß aus der Heimat ein bolivianisches Essen mitgebracht.

Ministerin Schüle: „Das in Rheinsberg gestrandete bolivianische Orchester zeigt beispielhaft und eindrücklich, welche globalen Auswirkungen die Corona-Pandemie mittlerweile angenommen hat. Corona hat die Welt im Griff, Ostern steht vor der Tür und das Ensemble ist mehr als 10.000 Kilometer von Zuhause weg – für viele der jungen Musikerinnen und Musiker keine ganz einfache Situation. So lange das so ist, ist Brandenburg ihre Heimat: Bienvenido a Brandenburg! Ich danke der Musikakademie Rheinsberg, dem Vokalensemble PHØNIX16 und allen weiteren Partnern für ihre große Hilfe und Unterstützung in dieser Situation“, so Schüle. „Was mich besonders beeindruckt: Trotz der widrigen Situation probt das ‘Orquestra Experimental de Instrumentos nativos‘ weiter und bereitet Aufnahmen und Online-Konzerte vor. Das zeigt: Das kulturelle Leben geht weiter. Dafür stehen auch die zahlreichen Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden im Land, die trotz Corona weitermachen und ihre Angebote jetzt digital präsentieren, zum Beispiel auf unserer neuen digitalen Kultur-Plattform für Brandenburg. Sie alle beweisen: Brandenburg steht für Optimismus, Kreativität und Durchhaltevermögen.“

Das ‘Orquestra Experimental de Instrumentos nativos‘ unter der künstlerischen Leitung von Carlos Gutiérrez Quiroga war am 10. März in Rheinsberg angereist und sollte dort zusammen mit dem Berliner Vokalensemble PHØNIX16 für das Eröffnungskonzert des Festivals MaerzMusik proben. Die Veranstaltung der Berliner Festspiele ist eines der wichtigsten Festivals für Neue Musik in Deutschland. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Festival, das vom 20. bis 29. März stattfinden sollte, abgesagt. Alle Versuche des Ensembles, nach Bolivien zurückzukehren, sind bislang gescheitert. Das Ensemble PHØNIX16 hat ein Spendenkonto zur Unterstützung der bolivianischen Gäste eingerichtet:

Die Musikkultur Rheinsberg gGmbH beherbergt die Musikerinnen und Musiker in Abstimmung mit der Gesundheitsbehörde und der Stadtverwaltung in Rheinsberg bis auf weiteres in den Räumlichkeiten der Musikakademie Rheinsberg. Die Kosten für Unterbringung und Verpflegung übernimmt das Festival MaerzMusik. Alle Anwesenden befolgen die geltenden Verhaltensmaßregeln und Hygienevorschriften. Die Musikerinnen und Musiker können weiterhin zusammen proben und bereiten zusammen mit dem Produktionsteam des Berliner Ensemble PHØNIX16 Aufnahmen für das gemeinsame Projekt ‘ENVIRONMENT‘ vor. Sobald erste Aufnahmen zur Veröffentlichung vorliegen, werden sie auch über die neue digitale Kultur-Plattform des Landes Brandenburg bereitgestellt.

Die am 26. März gestartete Plattform www.kultur-bb.digital ist eine so genannte Meta-Plattform: Externe digitale Inhalte, die über YouTube, Facebook oder Twitter mit dem Hashtag #KulturBB veröffentlicht werden, werden automatisch auf der Plattform verlinkt und eingebettet und müssen nicht gesondert hochgeladen werden. In einer zweiten Ausbaustufe, die von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) gesponsert wird, wird die Seite um weitere Funktionen, etwa digitale Spielpläne, Kalender oder Live-Streams, ergänzt. Die Plattform wurde von der DigitalAgentur Brandenburg – einer Tochtergesellschaft der ILB und gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie – in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur entwickelt. Sie ist als Pilotprojekt Teil der ‘Zukunftsstrategie Digitales Brandenburg‘ des Landes für den Kulturbereich.

Quelle: https://mwfk.brandenburg.de