08. Juni 2020

Bayerische Chorverbände wehren sich gegen Proben- und Auftrittsverbote

Am Donnerstag, 04.06.20 informierte das Bayerische Gesundheitsministerium die Bayerischen (Bezirks-)Regierungen und Kreisverwaltungsbehörden in einer Vollzugsanordnung darüber, dass ein Probenbetrieb von Laienmusikgruppen ab dem 08. Juni wieder möglich sein soll. In einem Nebensatz wurden Chöre und sonstige Gesangsgruppen von dieser Ausnahmeregelung mit der Begründung „wegen der erhöhten Infektionsgefahr, die mit lautem Gesang verbunden ist“ ausgenommen.

Das wollen die Präsidenten der vier großen Chorverbände Bayerns, Karl Weindler vom Bayerischen Sängerbund, Dr. Paul Wengert vom Chorverband Bayerisch-Schwaben, Prof. Dr. Friedhelm Brusniak vom Fränkischen Sängerbund und Hermann Arnolf vom Maintal Sängerbund so nicht hinnehmen.

„90.000 Sänger*Innen warten auf ein Signal aus den Ministerien. Unsere Chöre wollen endlich eine nachvollziehbare und gerechte Regelung, wann und wie sie wieder zu einem Proben- und Konzertbetrieb zurückkehren können.“, so Jürgen Schwarz, geschäftsführender Präsident des Chorverbands Bayerisch-Schwaben. „Das Telefon unserer Geschäftsstelle steht seit Freitag nicht mehr still.“

In einem gemeinschaftlichen Brandbrief wenden sich die Präsidenten der vier Bayerischen Chorverbände an Staatsministerin Melanie Huml – Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, Staatsminister Bernd Sibler – Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und Staatsminister Dr. Florian Herrmann – Leiter Bayerischen Staatskanzlei. In diesem Brief weisen die Präsidenten auf die Öffnungen des Probenbetriebs in den angrenzenden Bundesländern Baden-Württemberg und Hessen hin, verweisen unter anderem auf die Studien „Risikoeinschätzung einer Coronavirus-Infektion im Bereich Musik“ der Hochschule für Musik Freiburg und „Musizieren während der Pandemie - was rät die Wissenschaft?“ der Universität der Bundeswehr München. Dem Brief beigefügt ist ein beispielhaftes Hygienekonzept für die Durchführung von Chorproben, das auf diesen Studien basiert und als Entscheidungshilfe für die Wiederzulassung der Chorprobenarbeit in Bayern dienen soll.

Studie „Risikoeinschätzung einer Coronavirus-Infektion im Bereich Musik“ der Hochschule für Musik Freiburg, 2. Update vom 19. Mai 2020: https://www.mh-freiburg.de/hochschule/covid-19-corona/risikoeinschaetzung

Studie „Musizieren während der Pandemie - was rät die Wissenschaft?“ der Universität der Bundeswehr München vom 8. Mai 2020: https://www.unibw.de/home/news-rund-umcorona/musizieren-waehrend-der-pandemie-was-raet-die-wissenschaft

Podcast zu den Studien auf SWR2: https://www.swr.de/swr2/musik-klassik/singen-im-chor-ab-juni-freiburger-institut-fuer-musikmedizin-empfiehlt-zwei-meter-abstand-100.html

https://www.swr.de/swr2/musik-klassik/kirchenmusik-im-abseits-100.html

Quelle: https://www.chorverband-cbs.de