Zurück Weiter

01. Februar 2021

Deutscher Kulturrat betrachtet Verhältnis zwischen Kultur und Kirche in der Pandemiezeit

Das Verhältnis von Kultur und Kirche ist in der Pandemiezeit ambivalenter geworden, meint Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates in einem Artikel in der neuen Ausgabe von zeitzeichen, den evangelische Kommentaren zu Religion und Gesellschaft.

Viele Kulturschaffende fragten sich, warum darf jeden Sonntag in der Kirche ein Hochamt gefeiert werden und nicht jeden Abend im Theater das Hochamt der Kultur? Das Verhältnis zwischen Kultur und Kirche ist in der Pandemiezeit noch etwas ambivalenter geworden.

Zu spüren ist, dass im Frühjahr 2020 beim ersten Lockdown die Bereitschaft der Kirchen, für die in Not geratenen Künstlerinnen und Künstler Orte zu finden, wo sie ihre Kunst gegen Entgelt präsentieren können, größer war als jetzt im Winterlockdown.

In einem wichtigen Bereich haben die Kirchen in den letzten Monaten für den Kulturbereich erfolgreich als Vorbild gewirkt. Der Deutsche Bundestag hat Ende 2020 in Windeseile das Infektionsschutzgesetz der aktuellen Pandemielage angepasst. In dem Gesetzgebungsprozess konnte für die Kulturszene mit Verweis auf die Kirchen erreichen werden, dass der Kulturbereich nicht mehr mit dem Freizeitbereich in einen Topf geworfen wird. Theater, Museen, Bibliotheken, Konzerthäuser, Kinos und andere, so steht es jetzt im Infektionsschutzgesetz, sind mehr als reine Vergnügungsorte. Es sind die Orte, an denen Kunst, die nach unserer Verfassung (Grundgesetz Artikel 5, Absatz 3) unter besonderem Schutz steht, präsentiert wird. Künftige Einschränkungen für Kulturorte wegen der Pandemie müssen, wie bei den Kirchen auch, aufgrund der neuen Regelungen im Infektionsschutzgesetz von den Regierungen von Bund und Ländern begründet werden.

Olaf Zimmermann meint in dem Artikel, dass es gerade in der Krise wichtig ist, dass der Kulturbereich und die Kirchen zusammenstehen. Nicht nur dadurch, dass die Kirchen auch weiterhin in ihrem Rahmen in der Pandemiezeit Künstlerinnen und Künstlern Auftrittsmöglichkeiten anbieten und wenn diese dann doch abgesagt werden müssen, ein angemessenes Ausfallhonorar bezahlen. Die Kirchen können den Kulturbereich auch bei der langfristigen Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Situation für die Kulturschaffenden helfen.

Wie und welche Stolpersteine und Chancen es im Verhältnis von Kultur und Kirche in der Pandemiezeit gibt, lesen Sie in dem Artikel: Ein Hochamt für die Kunst - Kann die Kirche die Kultur in Corona-Zeiten retten?  von Olaf Zimmermann in zeitzeichen Februar 2021.

Quelle: https://www.kulturrat.de