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24. Mai 2018

Stabile Lage - 3,7 Millionen Menschen engagieren sich in den Verbänden des Amateurmusizierens

In den Verbänden des instrumentalen und vokalen Amateurmusizierens waren zuletzt rund 3,7 Millionen Menschen organisiert. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) für die Jahre 2017/18 hervor. Damit hat sich die Lage im Vergleich zu den Jahren 2015/16 insgesamt kaum verändert. Die Daten spiegeln erneut den enormen Stellenwert, den das Amateurmusizieren als gesellschaftliche Kraft in Deutschland einnimmt.

Mit etwa 2,1 Millionen gehört ein großer Teil den Chorverbänden an, die insgesamt 57 Prozent der Verbandsmitglieder organisieren. Die Bandbreite der mittlerweile stark ausdifferenzierten Chorlandschaft reicht vom klassischen Kirchenchor über Gospel- und Barbershop-Chöre bis hin zu sogenannten Showchoirs. Allerdings ist die Anzahl der traditionellen Chorgruppen im Vergleich zu den Jahren 2015/16 leicht rückläufig, besonders im kirchlichen Bereich: Knapp 2.000 Kirchenchöre weniger wurden erfasst – die Anzahl der aktiven Chormitglieder ging um rund  50.000 oder 7 Prozent zurück.

Die Anzahl der verbandlich organisierten Instrumentalensembles und deren Mitglieder blieb hingegen weitestgehend stabil. Die rund 1,6 Millionen Verbandsmitglieder des instrumentalen Amateurmusizierens spielen oder engagieren sich als fördernde Mitglieder in Akkordeonorchestern, Sinfonie- und Streichorchestern, Zupforchestern und Zithermusikgruppen sowie in verschiedenen kirchlichen Instrumentalgruppen. Die meisten jedoch sind in Blasorchestern und Spielmannszügen engagiert, die mit fast 80 Prozent den höchsten Mitgliederanteil unter den Verbänden des instrumentalen Amateurmusizierens aufweisen.

Die Gewinnung von musikalischem Nachwuchs nimmt in den Amateurmusikverbänden nach wie vor einen hohen Stellenwert ein. Mindestens 720.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene musizieren schätzungsweise in den Verbänden. Die Anteil derjenigen, die in Chören singen, liegt aktuell bei ca. 15 Prozent der aktiven Sänger*innen. Deutlich höher zeichnet sich dagegen der Anteil der jungen Leute ab, die in einem Verein ein Musikinstrument spielen. Über die Hälfte der aktiven Mitglieder der instrumentalen Amateurmusikverbände sind im Kindes-, Jugend- oder jungen Erwachsenenalter.

Die Erhebung des MIZ stützt sich auf Angaben von zehn bundesweit organisierten weltlichen Verbänden des Amateurmusizierens sowie auf Daten der evangelischen und katholischen Kirche. Die Statistiken können einschließlich Interpretationshinweisen und methodischen Erläuterungen auf den Webseiten des MIZ abgerufen werden.

Quelle: http://www.miz.org