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Piotr Plawner auf den 2. Internationalen Tagen jüdischer Musik
Piotr Plawner auf den 2. Internationalen Tagen jüdischer Musik (Foto: Usedomer Musikfestival / Geert Maciejewski)

24. Januar 2018

2. Internationale Tage jüdischer Musik ziehen positive Bilanz

Ein Festkonzert im großen Saal des Europäischen Zentrums der Solidarnosc in Danzig – auf Einladung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland durch Generalkonsulin Cornelia Pieper – setzte den finalen Höhepunkt der 2. Internationalen Tage jüdischer Musik. Die Veranstaltung des Usedomer Musikfestivals präsentierte vom 21. bis 24.1.2018 jüdisches Leben, Musik und Geschichte in Lesungen und Konzerten an Originalschauplätzen – den neu restaurierten Fachwerksynagogen von Stavenhagen und Röbel in Mecklenburg, der Neuen Synagoge in Berlin und auch im Europäischen Zentrum der Solidarnosc in Danzig. Zu den Künstlern und Rednern der Internationalen Tage jüdischer Musik 2018 zählten u. a. der Politologe und Journalist Prof. Dr. h.c. Alfred Grosser, der Publizist Adam Krzeminski, der Autor Dr. mult. Manfred Osten, der polnische Geigenvirtuose Piotr Plawner und der Pianist Piotr Salajczyk. Insgesamt lauschten den ausverkauften Konzerten und Lesungen knapp 900 Besucher. Davon erfuhren rund 300 Schülerinnen und Schüler in Stavenhagen, Röbel und Danzig mehr über jüdische Musik und Alltagsleben in Konzerten mit der Cellistin und Usedomer Musikpreisträgerin 2017, Emilia Lomakova und der Violinistin Noga-Sarai Bruckstein. „Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass so viele Menschen unser Angebot wahrgenommen haben, mehr über jüdische Musik und Leben zu erfahren. Unser Konzept ist im Ganzen aufgegangen, was auch der überaus große Zuspruch zeigt“, blickt Thomas Hummel, der Intendant des Usedomer Musikfestivals zurück. Die Internationalen Tage jüdischer Musik, die aus den 2009 ins Leben gerufenen Synagogenrundfahrten des Usedomer Musikfestivals entstanden, weiteten 2018 den Blick für das Schicksal der Juden über Deutschland hinaus aus. Toleranz und gegenseitiges Verstehen war ein Leitmotiv, so Thomas Hummel weiter. Die Konzerte und Lesungen in Polen sensibilisierten für Geschichte und Leben der Juden vor und nach der Besetzung des Landes während des 2. Weltkrieges. Mit großer Gelehrtheit und noch größerer Leidenschaft für mehr Menschlichkeit beeindruckte der Politologe Alfred Grosser im Gespräch mit Manfred Osten. Zwei musikalisch umrahmten Lesungen in Berlin und Danzig (Gdansk) spannten einen weiten Bogen angefangen bei Grossers persönlichem Schicksal von Flucht und Vertreibung bis hin zu brennenden Fragen im Zuge der Flüchtlingskrise. Musikalische Kontrapunkte setzte das Diplomatische Streichquartett mit Werken von Abraham Caceres, Ernest Bloch, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Grazyna Bacewicz – Musik, die z. T. in Polen während der Besatzungszeit geschrieben wurde. In einem bewegenden Konzert zur Eröffnung spielte der Violinist Piotr Plawner Werke der Polen Henryk Wieniawski und Karol Szymanowskis, des Franzosen Maurice Ravel, der jüdisch-stämmigen Komponisten Ernest Bloch und Erwin Schulhoff bis hin zu John Williams weltbekannter, herzergreifender Filmmusik zu Steven Spielbergs „Schindlers Liste“.

Mit den Internationalen Tage jüdischer Musik startet das Usedomer Musikfestival in sein Jubiläumsjahr. Vom 22. September bis 13. Oktober präsentiert die traditionsreiche Veranstaltungsreihe die Musik aller Ostseeanrainer auf der Zwei-Länder-Insel Usedom und baut so musikalisch Brücken über Grenzen hinweg. Das Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland unterstützte die Internationalen Tage jüdischer Musik.

Quelle: http://www.usedomer-musikfestival.de