Häuserportraits

Staatstheater am Gärtnerplatz

Der klassizistische Bau am Münchner Gärtnerplatz wurde 2012-17 denkmalgerecht saniert. Zugleich wurden dem Altbau behutsam neue Gebäudeteile hinzugefügt. Damit ist hinter der Fassade von 1865 wieder ein zeitgemäßer Spielbetrieb möglich.

Zu diesem Haus

Standort

München

Architekten

  • Franz Michael Reiffenstuel
  • Arbeitsgemeinschaft Atelier Achatz Architekten – IMP Ingenieure

Bauherr

Freistaat Bayern / Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Eröffnung

1865 / 2017

Bühnen

1

Plätze

893

Eine private Aktiengesellschaft legte 1864 den Grundstein für das Gärtnerplatztheater als volksnahes Musiktheaterhaus. Ein Jahr später konnte das nach einem Entwurf von Franz Michael Reiffenstuel entstandene Gebäude eröffnet werden. 1937 übernahm der Freistaat Bayern das Haus als »Bayerische Staatsoperette«. Seit 1955 trägt es den Namen »Staatstheater am Gärtnerplatz« und versteht sich heute als musikalisches Unterhaltungstheater mit einem Spielplan, in dessen Zentrum Oper, Operette, Musical und Tanz stehen.

Blick auf die Fassade von 1865 (Foto: Christian POGO Zach)
Blick auf die Fassade von 1865 (Foto: Christian POGO Zach)
Blick vom Zuschauerraum auf die Bühne (Foto: Christian POGO Zach)
Blick vom Zuschauerraum auf die Bühne (Foto: Christian POGO Zach)
Im Inneren des Bühnenturms (Foto: Christian POGO Zach)
Im Inneren des Bühnenturms (Foto: Christian POGO Zach)
Zuschauerraum mit durchgehenden Galerien in der architektonischen Gestaltung von 1865 (Foto: Christian POGO Zach)
Zuschauerraum mit durchgehenden Galerien in der architektonischen Gestaltung von 1865 (Foto: Christian POGO Zach)
Außenansicht des neuen Orchesterprobesaals von 2017  (Foto: Christian POGO Zach)
Außenansicht des neuen Orchesterprobesaals von 2017
(Foto: Christian POGO Zach)
Orchesterprobesaal (Foto: Christian POGO Zach)
Orchesterprobesaal (Foto: Christian POGO Zach)
Oberes Pausenfoyer (Foto: Christian POGO Zach)
Oberes Pausenfoyer (Foto: Christian POGO Zach)
Oberes Pausenfoyer (Foto: Christian POGO Zach)
Oberes Pausenfoyer (Foto: Christian POGO Zach)
Chorprobensaal (Foto: Christian POGO Zach)
Chorprobensaal (Foto: Christian POGO Zach)

Das Haus ist dicht eingepasst in das städtische Gefüge am Rondell des Gärtnerplatzes im Süden der Münchner Innenstadt. Die Schmalseite des trapezförmigen Grundstücks ist mit dem Theaterportal zum Gärtnerplatz orientiert, die beiden Längsflanken des Hauses liegen entlang der Klenze- und Reichenbachstraße, im Süden grenzen die Baukörper direkt an die Nachbarbauten der dicht bestanden Korridorstraßen.

Eine umfassende Sanierung des Theaters fand von 2012 bis 2017 statt. Der dem Publikum zugängliche vordere Teil des Hauses wurde dabei unter Berücksichtigung von denkmalpflegerischen Gesichtspunkten saniert und in der Haustechnik, Brandschutz, Lüftungstechnik und barrierefreier Erschließung dem heutigen Stand entsprechend modernisiert. Die Fassaden wurden weitgehend in der klassizistischen Gestaltung aus der Entstehungszeit des Gebäudes wiederhergestellt.

Hinter dem Bühnenturm, jenseits des denkmalgeschützten Teils des Hauses, wurde behutsam ein komplexer Neubau für die internen Funktionen eingefügt. Zu dem Bauprogramm gehörten Werkstätten, Magazine und Technikbereiche. Ein Ziel der Sanierung war es auch, die vormals ausgelagerte Probebühne in das Haus zurückzuholen. Dafür musste eine dreigeschossige Unterkellerung im Neubaubereich ausgeführt werden.

Markant ist die Gestaltung des (von der Straße aus nicht sichtbaren) sich auffächernden Orchesterprobesaals auf dem Dach des Neubaus. Besondere Bedeutung hatte bei der technischen Ausgestaltung der Räume in dem dichtgefügten Gebäude die Vermeidung der Übertragung von Körper- und Luftschall sowohl intern wie nach außen in den unmittelbar bebauten Stadtraum.

Während der Sanierung konnte das Gärtnerplatztheater verschiedene andere Münchner Bühnen, unter anderen das Residenztheater der Bayerischen Theaterakademie August Everding, den Rokoko-Bau des Cuvilliés-Theaters und die Reithalle, nutzen.

Yorck Förster

Stand des Beitrags: November 2019