Häuserportraits

Mainfranken Theater Würzburg

Der Theaterbau von 1966 wird seit 2019 bei laufendem Betrieb saniert und mit einem neuen Kopfbau versehen. Es entstehen ein neues Foyer und eine weitere kleine Spielstätte.

Zu diesem Haus

Standort

Würzburg

Architekten

Hans-Joachim Budeit
PFP Planungs GmbH | Prof. Jörg Friedrich

Bauherr

Mainfranken Theater Würzburg / Stadt Würzburg

Eröffnung

1966 // Spielzeit 2020/21 und 2022/23 (geplant)

Bühnen

1 // 2

Plätze

738 (92) // nach Sanierung rund 660, 330

Das aus dem frühen 19. Jahrhundert stammende alte Stadttheater Würzburgs wurde bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört. Das ehemalige Bahnhofsgelände schräg gegenüber dem zerstörten Theater bot die Flächen für einen Neubau. Der Entwurf für das 1966 fertiggestellte Gebäude des Mehrspartenhauses stammte von Hans-Joachim Budeit. Auf dem langgezogenen, von Straßen begrenzten Grundstück entstand ein reduziert-schlichter Baukörper. Entlang der Längsfronten hoben außenliegende Stützen das Foyer und Auditorium visuell in die Höhe. Der schmalere Eingangsbereich war einem Schubkasten gleich in die Fläche des Vorplatzes geschoben. Die Theateranlage hatte im Erdgeschoss einen eher introvertierten Charakter. Der eingeschossige Eingangsbereich war mittels eines begrünten, gläsernen und nicht überdachten Atriums in der Mitte durchbrochen, die Längsfronten des Hauses wiesen im Bereich der Stützen schmale vertikale Fensterbänder auf. Das nach Südwesten zur Theaterstraße orientierte Foyer war im Bereich der Obergeschosse über die gesamt Breite verglast.

Außenansicht des Mainfranken Theaters Ende der 1960er Jahre  (Foto: Stadtarchiv Würzburg)
Außenansicht des Mainfranken Theaters Ende der 1960er Jahre
(Foto: Stadtarchiv Würzburg)
Oberes Foyer des Mainfranken Theaters Ende der 1960er Jahre   (Foto: Stadtarchiv Würzburg)
Oberes Foyer des Mainfranken Theaters Ende der 1960er Jahre
(Foto: Stadtarchiv Würzburg)
Bau des neuen Kopfbaus, November 2019 (Foto: Mainfranken Theater)
Bau des neuen Kopfbaus, November 2019 (Foto: Mainfranken Theater)
Visualisierung des geplanten neuen Kopfbaus (Bild: PFP)
Visualisierung des geplanten neuen Kopfbaus (Bild: PFP)
Querschnitt durch den Kopfbau (Bild: PFP)
Querschnitt durch den Kopfbau (Bild: PFP)
Visualisierung des künftigen Foyers (Bild: PFP)
Visualisierung des künftigen Foyers (Bild: PFP)

2017 wurde ein Verhandlungsverfahren für einen Erweiterungsbau und die haus- und bühnentechnische Generalsanierung des Bestandshauses ausgelobt. Nach einem Entwurf des Hamburger Büros PFP Planungs GmbH | Prof. Jörg Friedrich entsteht derzeit im Bereich des Vorplatzes ein neuer Kopfbau mit einem großzügigen Eingangsfoyer, Gastronomie, einem rund 330 Plätze bietenden Saal, Ballettraum und Probebühnen. Eine Auskragung der neuen Gebäudefront im dritten und vierten Obergeschoss über dem Vorplatz gibt dem Haus als „Stadtbalkon“ eine prägnante Wirkung in den Straßenraum und dient als Foyerterrasse.

Während der für zwei Spielzeiten von 2020/21 bis 2022/23 projektierten Generalsanierung des Budeit-Baus soll das neue Kleine Haus eine innerstädtische Spielstätte bieten. Größere Produktionen sind dort aber nicht möglich. Daher ist während der Arbeiten für große Formate und deren Vorstellungen als Außenspielstätte die »Theaterfabrik Blaue Halle« auf dem Werksgelände der va-Q-tec AG im Stadtteil Dürrbachau vorgesehen. Bei einer Kapazität von zirka 500 Plätzen sind dort pro Spielzeit gut 120 Veranstaltungen geplant. Während des Interims sollen auf dem Gelände auch die Werkstätten und Lager des Mainfranken Theaters untergebracht werden.

An der Finanzierung des Mainfranken Theaters sind unter anderem der Freistaat Bayern, die Stadt Würzburg und der Bezirk Unterfranken beteiligt. Mit dem Abschluss der Sanierung 2022/23 soll das Mainfranken Theater als viertes Haus in Bayern zum Staatstheater erhoben werden. Dazu wurde im November 2019 ein Eckpunktepapier zwischen dem Bayerischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stadt Würzburg unterzeichnet.

Yorck Förster

Stand des Beitrags: November 2019