Fokus Musik.Theater.Architektur

Mit 83 öffentlich finanzierten Musiktheatern hat Deutschland im internationalen Vergleich einen außergewöhnlich dichten Bestand an Opernhäusern und Musiktheaterbauten. Viele der Häuser haben eine lange Tradition. Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts entdeckten deutsche Fürstenhöfe die Oper als Mittel von Prachentfaltung und Machtrepräsentation und errichteten erste barocke Opernhäuser mit überbordendem Dekor und Logen für den Hofstaat. Im 18. und 19. Jahrhundert baute sich ein selbstbewusstes Bürgertum eigene Theater, sodass die Zahl der Spielstätten beträchtlich stieg.

Manchen der heutigen Musiktheatern ist ihre lange Geschichte noch anzusehen, doch die meisten haben über die Jahrhunderte immer wieder ein neues Gesicht erhalten. Theaterbrände und die immensen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg haben dazu geführt, dass viele Bauten heute nicht älter als 50 bis 100 Jahre alt sind.

Die Kosten für die Sanierung der in die Jahre gekommenen Häuser haben zuletzt für Schlagzeilen gesorgt: 570 Millionen Euro für die Bühnen Köln, über 800 Millionen für die Frankfurter Bühnen und fast eine Milliarde für die Staatsoper Stuttgart.

Wie kommt es zu diesen hohen Kosten? Was muss ein modernes Theater heute leisten können? Welche Entwicklungen hat es im Theaterbau gegeben? Und welche Herausforderungen und Visionen bestehen, um die Musiktheater zukunftsfähig zu gestalten? Diese und viele weitere Fragen beantwortet der Fokus sowohl aus historischer als auch aus architektonisch-technischer Perspektive.



Im Wandel: Neue Wege der Musiktheaterarchitektur

Fachbeitrag von Yorck Förster

Technischer Fortschritt, neue künstlerische Ansprüche sowie veränderte Seh- und Freizeitgewohnheiten haben die Musiktheaterarchitektur stark verändert. Anhand prägnanter Bauten aus dem In- und Ausland erläutert Yorck Förster, freier Kurator am Deutschen Architekturmuseum, Konzepte von Sanierungen und Neubauten.

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Vielgestaltig: Musiktheaterbau in Deutschland

Fachbeitrag von Julia Rusch

Das architektonische Gesicht der Musiktheaterlandschaft in Deutschland ist vielfältig: Historische Bauten gehören ebenso dazu wie Wiederaufbauten nach dem Zweiten Weltkrieg und moderne Gebäude des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Architekturhistorikerin Julia Rusch informiert über die historische Entwicklung des heutigen Baubestands.

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Neuanfang: Theaterbau in der jungen Bundesrepublik

Interview mit Frank Schmitz

In den 1950er und -60er Jahren gab es in der Theaterlandschaft der Bundesrepublik Deutschland einen beispiellosen Bauboom. Ein Großteil der Spielstätten war im Zweiten Weltkrieg zerstört oder beschädigt worden, sodass neu gebaut oder wiedererrichtet werden musste. Welche Bedeutung die junge Demokratie in diesem Prozess hatte, erklärt der Architekturhistoriker Frank Schmitz.

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Baustelle Bühne: Neubau- und Sanierungskonzepte

Interview mit Detlef Junkers

69 Millionen Euro für die Sanierung des Mainfranken Theaters in Würzburg, 570 Millionen für die Bühnen Köln und über 800 Millionen für die Frankfurter Bühnen. Es kostet viel Geld, die deutsche Musiktheaterlandschaft zukunftsfähig zu machen. Im Interview erklärt der Architekt Detlef Junkers, wie die hohen Kosten entstehen und welche städtebaulichen und technischen Anforderungen an die Bauten gestellt werden.

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Theater im Kraftwerk Mitte in Dresden, Foto: Buscher

Bauen für die Zukunft – Musiktheater im Portrait

Von der denkmalgerechten Restaurierung historischer Opernhäuser bis hin zur Umnutzung einer Industriebrache als neuer Theaterstandort: In den vergangenen zehn Jahren hat sich viel getan, um die Musiktheaterlandschaft in Deutschland zukunftsfähig zu gestalten. Neun Häuserportraits stellen vieldiskutierte Projekte vor und zeigen Visionen und Herausforderungen des Musiktheaterbaus von heute auf.

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Topografie der Musiktheater

In Deutschland prägen 83 öffentlich finanzierte Musiktheater das Kulturleben. Sie untergliedern sich in 25 Staatstheater, 50 Stadt- bzw. Städtebundtheater und acht Landestheater, die über die Sparte Musiktheater verfügen. Die Karte zeigt die Hauptspielstätten mit Kontaktdaten.

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