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30. Mai 2017

Instrumentales Laien- und Amateurmusizieren und Posaunenchöre sind Immaterielles Kulturerbe

Insgesamt 36 Formen des Immateriellen Kulturerbes ausgezeichnet

Die Staatsministerin Prof. Monika Grütters, Kultusministerin Dr. Martina Münch für die Kultusministerkonferenz und Prof. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission haben heute in Berlin Vertretern von 34 Formen des Immateriellen Kulturerbes Urkunden zur Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis überreicht. Dazu zählen beispielsweise der Poetry Slam, die Ostfriesische Teekultur, das Märchenerzählen und die Porzellanmalerei. Zwei Initiativen wurden für ihre gute Praxis beim Erhalt des Immateriellen Kulturerbes geehrt.

Prof. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission unterstrich: „Immaterielles Kulturerbe prägt Identitäten, stärkt den sozialen Zusammenhalt und fördert den Dialog zwischen gesellschaftlichen Gruppen. Es ist Quelle von Kreativität und Innovation und trägt zu gesellschaftlichem Wandel bei. Ich gratuliere allen heute Ausgezeichneten ganz herzlich und danke ihnen für ihre stetige Weiterentwicklung unseres kulturellen Erbes. Sie stehen für die Vielfalt unserer Kulturlandschaft.“

Dr. Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg betonte: „Unser Land ist reich an solchen Ausdrucksformen wie Tanz, Theater und Musik, mündlichen Überlieferungen, Bräuchen, Festen und Handwerkskünsten. Sie haben häufig regionalen Charakter und sind somit nicht jedermann bekannt. Doch die Vielfalt, die gerade diesen Ausdrucksformen innewohnt, ist es, die die kulturelle Identität eines Landes auszeichnet.“

Die 34 Neuaufnahmen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes:

Märchenerzählen
Poetry-Slam im deutschsprachigen Raum
Instrumentales Laien- und Amateurmusizieren
Posaunenchöre
Zwiefacher
Regionale Vielfalt der Mundarttheater in Deutschland
Georgiritt und historischer Schwerttanz Traunstein
Historisches Festspiel „Der Meistertrunk“ zu Rothenburg ob der Tauber
Sennfelder und Gochsheimer Friedensfeste
Tölzer Leonhardifahrt
Wunsiedler Brunnenfest
Historisches Festspiel „Die Kinderzeche“ zu Dinkelsbühl
Barther Kinderfest
Tonnenabschlagen
Ostfriesische Teekultur
Forster Hanselfingerhut Spiel
Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen
Schachtradition in Ströbeck
Eisenacher Sommergewinn
Heiligenstädter Palmsonntagsprozession
Skat spielen
Feldgeschworenenwesen in Bayern
Osingverlosung
Innerstädtischer Erwerbsgartenbau in Bamberg
Hebammenwesen
Die traditionelle Flussfischerei an der Mündung der Sieg in den Rhein
Flechthandwerk
Mal-, Fass- und Vergoldetechniken der Kirchenmalerei
Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald
Porzellanmalerei
Zubereitung und Anwendung von traditionellem Kalkmörtel
Hessischer Kratzputz
Blaudruck
Töpfertradition Westerwälder Steinzeug in und um Höhr-Grenzhausen (Kannenbäckerland) sowie Breitscheid

Die zwei Neuaufnahmen in das Register „Guter Praxis-Beispiele“

Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang
Erforschung und Dokumentation von Flur- und Hausnamen in Bayern

Hintergrundinformationen zum Immateriellen Kulturerbe

Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt von Kulturformen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Mehr als 400 Bräuche, Darstellungskünste, Handwerkstechniken und Naturwissen aus aller Welt stehen derzeit auf den drei UNESCO-Listen, darunter die Genossenschaftsidee- und praxis aus Deutschland, die arabische Kaffeekultur und der Tanz zur königlichen Trommel in Burundi. Bis heute sind 171 Staaten der UNESCO-Konvention zum immateriellen Kulturerbe beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat. Die Konvention sieht vor, dass jedes Beitrittsland ein nationales Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erstellt. In Deutschland sind darin 68 Kulturformen sowie vier „Gute Praxis-Beispiele“ verzeichnet.

Quelle: http://www.unesco.de