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20. April 2016

Neue Studie „Report Kirche und Musik“ vorgestellt

Im Rahmen einer Fachtagung im Michaeliskloster Hildesheim hat die Direktorin der Akademie Remscheid, Prof. Dr. Susanne Keuchel, zusammen mit Dr. Thomas Renz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, den „Report Kirche & Musik“ vorgestellt. Die Studie analysiert die Situation von kirchenmusikalisch Tätigen in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Neben Erkenntnissen über Veränderungen im Berufsbild gibt sie wichtige Impulse für die Aus- und Weiterbildung und Nachwuchsgewinnung im Bereich der Kirchenmusik.

Kirchenmusik ist ein bemerkenswerter Bestandteil des öffentlichen Kulturlebens in Deutschland. Es gibt hierzu jedoch kaum Daten – weder zur Dimension der kirchenmusikalisch Tätigen noch zu den Auswirkungen auf das Kulturleben und das Feld der Kulturellen Bildung. Mit dem heute in Hildesheim vorgestellten „Report Kirche und Musik“ werden erstmals detaillierte Daten und Erkenntnisse zur Rolle der kirchenmusikalisch Tätigen im Kulturbereich vorgestellt. Dabei wird deutlich, dass der demographische und gesellschaftliche Wandel die KirchenmusikerInnen vor ähnlich große Herausforderungen stellt wie andere Kulturakteure.

Die empirische Studie von Prof. Dr. Susanne Keuchel und Dr. Thomas Renz belegt, dass kirchenmusikalisch Tätige - vor allem auch in ländlichen Räumen - eine wichtige Rolle als Kulturakteure einnehmen. Dies gilt zugleich für die Kulturelle Bildung. „Daher ist es sehr wichtig, KirchenmusikerInnen in den aktuellen kulturpolitischen Diskurs einzubinden. Nur so können sie den Herausforderungen einer sich immer schneller wandelnden Gesellschaft innerhalb des eigenen Arbeitsfeldes gerecht werden. Zugleich können Synergieffekte entstehen zwischen kirchenmusikalischen Aktivitäten und bestehenden kultur- und bildungspolitischen Maßnahmen“, unterstreicht Susanne Keuchel.

Die empirische Studie legt einen akuten Nachwuchsmangel für die Kirchenmusik offen, besonders bei ehrenamtlichen EnsembleleiterInnen. Neben einer stärkeren Anerkennung der Freiwilligenarbeit rät der „Report Kirche & Musik“ zu einer berufsorientierteren Aus- und Weiterbildung. Kirchenmusik müsse heute nicht nur klassischen Traditionen gerecht werden, sondern sich angesichts der veränderten musikalischen Interessen und Wünsche der Gemeinde auch für populäre Stile und Formate öffnen.

Der Report empfiehlt, die Attraktivität des Kirchenmusikers von Innen und Außen zu stärken, sowie eine stärkere Vernetzung mit weltlichen MusikerInnen, zum Beispiel durch Mitgliedschaften in Musikverbänden. Zudem sei eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Akteuren der Kultur- und Bildungspolitik, auch bestehenden Programmen ratsam. Dies setze aber eine Stärkung des eigenen Bewusstseins der Kirchenmusiker als kulturpolitisch relevante Akteure voraus.

Über die Studie
Die empirische Studie „Report Kirche & Musik“ von Prof. Dr. Susanne Keuchel und Dr. Thomas Renz zeichnet ein repräsentatives Bild aller kirchenmusikalisch Tätigen in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Zudem untersucht sie, welche Rolle KirchenmusikerInnen als Akteure lokaler Kulturlandschaften spielen und welche kultur- und bildungspolitischen Potenziale Kirchenmusik bietet. Die Studie wurde erstellt im Auftrag des Verbands evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V. in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Der „Report Kirche & Musik“ erscheint bei ARCult Media. Eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse steht auf www.kirchenmusikerverband-hannover.de zum Download zur Verfügung.

Quelle: http://www.akademieremscheid.de